Ablösen von Rollenmarken

Da ich bis vor einigen Jahren auch noch zu den Rollenmarkenzerstörern gehörte möchte ich doch hier eine Seite spendieren um es Freunden leichter zu machen an anständige Rollenmarken zu kommen.

Der erste Schritt bei mir ist, alle solche Marken, die rückseitig eine Nummer haben könnten in ein besonderes Kästchen zu legen. Wenn das dann voll ist, geht wieder eine Aktion los. Heute war es wieder mal so weit und ich habe gleich ein paar Bildchen gemacht um sie hier einzufügen.

Für den zweiten schritt habe ich aus einem alten Blechgehäuse ein briefmarkengroßes Loch gesägt und dahinter in etwa 5 cm Abstand eine 12 Volt Halogen Strahlerlampe mit einem Drucktaster angebracht. Da bei mir immer ein Netzgerät auf dem Schreibtisch steht gibt es mit der Stromversorgung keine Probleme.

Wenn man eine Marke auf die Öffnung hält sieht man gleich mehr oder weniger gut, ob die Marke auf der Rückseite eine Nummer hat. Leider geht es bei Postkarten gar nicht und bei dickem braunem Trägerpapier nur sehr schlecht.

Der kleinere Haufen nach der Suche sind die Rollenmarken, der größere Haufen die ohne Nummer, eben 1:4.

Für den dritten Schritt wird Tapetenlöser angesetzt. Besonders geeignet ist der flüssige den man in Platikfläschchen im Baumarkt bekommt. Ein kleiner Schluck (wohl ein Esslöffel voll) in ein kleines Schälchen und dann mit dem Pinsel auf die Rückseiten auftragen.

Sowie der Tapetenlöser aufgestrichen ist wird sichtbar, ob die Diagnose Rollenmarke richtig war.

Bei normalem Briefumschlagpapier ist das Trägerpapier etwa nach 5 Minuten durchfeuchtet und die Marke kann abgezogen werden. Der richtige Zeitpunkt ist wichtig da die Marke selbst nicht durchnässt werden soll - sonst ist der gewünschte Effekt dahin. Marken auf dickerem Papier brauchen natürlich etwas länger, man sollte sie ggf. auch mehrfach einpinseln.

Leider geht bei manchen bedruckten Briefumschlägen ein Teil des Drucks mit auf die Marke (sieh ganz rechts). Das ist zwar etwas unschön aber immer noch besser als eine unlesbare Nummer.

Es hat mich dann doch recht erstaunt wie unterschiedlich groß der Druck auf den Marken ist. Alle Marken vom Bild sind alte 55-er Blumen. Sicher hat MICHEL schon wieder einen Buchstaben hinter dem R oder irgend eine andere Unterscheidungsmöglichkeit. Da ich keinen aktuellen MICHEL Spezial besitze kann ich dazu auch nichts sagen.

2 Ergänzungen aus der Erfahrung von Klaus Fischer:

 

Bei Postkarten habe ich gute Ergebnisse erzielt, indem ich den Trägerkarton  mit dem Fingernagel

oder zweckmäßigerweise mit einem scharfen Messer (gut geeignet ist ein sogenannter Cutter aus dem Baumarkt)

an einer Ecke aufspleise und versuche einen möglichst dicken Anteil des Trägers abzuziehen, sodass die Marke  auf  

dem nunmehr wesentlich dünneren und somit durchscheinenden Rest verbleibt.

 

Anstelle von Tapetenlöser verwende ich flüssiges Geschirrspülmittel (ca. 10-15 Tropfen auf ein Schnappsglas mit Wasser)

Die restlichen Schritte erfolgen wie bei Ihnen beschrieben. Auch dabei ist das Abpassen des richtigen Zeitpunkts eine

Erfahrungssache.

 

Stand 04.09.11